
| | Umfassendes
Portrait mit u.a dem Filmausschnitt, in dem Richter als Schauspieler Franz Liszt
spielt, mit Anmerkungen von Arthur Rubinstein, Glenn Gould und anderen. Auch sein
Klavierlehrer Heinrich Neuhaus kommt zu Wort und dazwischen immer wieder Richters
geniales Klavierspiel. Aus der Amazon.de-Redaktion: "Die
Gedanken, das Herz, die nackte Wahrheit des Komponisten müssen immer spürbar
bleiben. Der Spiegel des Komponisten will ich sein, nichts weiter ...". Sviatoslav
Richter, von dem das bescheidene Statement stammt, gehört zu den schillerndsten
Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Der Pianist aus der Ukraine
hat mit seinen Interpretationen großer Klavierwerke Maßstäbe
gesetzt. Bach, Strawinsky, Rachmaninoff, Beethoven, Liszt, Chopin, Schumann, Gershwin
- alle Giganten der E-Musik beherrschte er souverän wie kaum ein anderer.
Sein Spiel war von einer unvergleichlichen Klarheit und Transparenz - ganz
im Gegensatz zu seinem Privatleben. Alles was außerhalb der Kunst lag, hat
Richter stets geschickt vor den Augen seiner Mitmenschen verborgen. Weshalb ihn
bis zum heutigen Tage viele Mysterien umgeben. Um diese ungelüfteten Geheimnisse
geht es Bruno Monsaingeon in seinem Dokumentarfilm Der Unbeugsame. Er erzählt
hier in Interviewpassagen, Alltagsszenen, Konzertausschnitten sowie rarem Archivmaterial
die Vita des genialen Musikers in epischer Breite und malt so ein umfassendes
wie auch ungeschminktes Portrait. Einige der Legenden, die Richter (19151997)
umranken, werden so zwar etwas verständlicher, entzaubert wird das Unikum
dadurch aber freilich nicht. Obwohl der Pianist hier ungewohnt offenherzig alle
möglichen Fragen beantwortet, unterstreicht der bis zur letzten Minute spannende
Film eher, dass wir es mit einem Rätsel zu tun haben, das nicht gelöst
werden kann und will. Monsaingeon macht dieses Enigma aber immerhin spürbar,
und genau deswegen ist sein Feature so faszinierend und empfehlenswert. -- Harald
Kepler |